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Backup Score: Wie gut ist Ihre Backup-Strategie?
Stefan Hedwig
29. April 2026

Backup Score: Wie gut ist Ihre Backup-Strategie?

xWie resilient ist Ihr Backup wirklich – nicht auf dem Papier, sondern im Ernstfall? Der Backup Score gibt IT-Verantwortlichen und Unternehmern in fünf Fragen eine konkrete Orientierung.

Warum viele Unternehmen ihre Backup-Strategie falsch einschätzen

Ransomware ist für Unternehmen längst Teil des Geschäftsrisikos. Laut dem  Verizon Data Breach Investigations Report 2025 war sie an 44 Prozent aller bestätigten Datenschutzverletzungen beteiligt – bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sogar an 88 Prozent. Gleichzeitig zeigt eine Kaseya-Studie unter mehr als 3.000 IT-Fachleuten, wie trügerisch das Vertrauen in die eigene Wiederherstellungsfähigkeit oft ist: 60 Prozent der Befragten sind überzeugt, ihre Daten innerhalb eines Tages zurückholen zu können. Tatsächlich gelingt das nur 35 Prozent.

„Der Unterschied zwischen gefühlter Sicherheit und realer Resilienz ist erheblich.“
(Alexander De Lion, Data Protection Experte bei Synology)

Ein vorhandenes Backup sagt noch wenig darüber aus, ob es im Ernstfall auch zuverlässig funktioniert. Entscheidend ist, wie aktuell die Sicherungen sind, welche Systeme abgedeckt werden, wie schnell eine Wiederherstellung tatsächlich abläuft und ob die Backups gegen Manipulation oder Verschlüsselung geschützt sind. Dass viele Unternehmen darauf keine belastbaren Antworten haben, liegt oft nicht an mangelnder Sorgfalt, sondern an fehlender Zeit: Laut Kaseya verbringen 51 Prozent der IT-Teams mehr als zehn Stunden pro Woche mit Verwaltung und Fehlerbehebung ihrer Backup-Umgebung.

Genau hier setzt der Backup Score an: Er schafft eine schnelle Grundlage, um die eigene Backup-Strategie einzuordnen und mögliche Schwachstellen sichtbar zu machen.

5 Fragen, die zeigen, ob Ihr Backup im Ernstfall funktioniert

Der Backup Score von Synology bewertet Ihre aktuelle Backup-Strategie anhand von fünf Kriterien, die im Ernstfall besonders relevant sind.

1. Werden Wiederherstellungen regelmäßig getestet?

Das ist der kritischste Punkt überhaupt. Laut einer deutschen KMU-Studie von DATA REVERSE aus dem ersten Quartal 2025 prüfen 72 Prozent der befragten Unternehmen selten oder gar nicht, ob ihre Datensicherungen im Ernstfall funktionieren.

Ein Backup, das nie getestet wurde, ist eine Annahme – keine Absicherung.

2. Wie hoch ist das Wiederanlaufziel (Recovery Time Objective, RTO)?

Wie lange darf es dauern, bis kritische Systeme wieder laufen? Wer diese Zahl nicht oder nur unzureichend definiert hat, kann im Ernstfall nicht priorisieren, nicht gegenüber Geschäftsführung oder Kunden kommunizieren und riskiert lange und teure Geschäftsausfälle.

3. Sind die Backups gegen Ransomware geschützt?

Unveränderbare Backups (Immutable Backups) verhindern, dass Angreifer gesicherte Daten nachträglich verschlüsseln oder löschen. Angesichts der Ransomware-Zahlen aus dem Verizon DBIR ist das kein Spezialthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Backup-Konzepte.

4. Wird die 3-2-1-Backup-Regel umgesetzt?

Drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine davon extern. Diese Grundregel ist bekannt – in hybriden IT-Umgebungen, in denen Cloud, lokale Server und virtuelle Maschinen zusammenspielen, wird ihre konsequente Umsetzung aber oft vernachlässigt.

5. Sind Backup- und Wiederherstellungsabläufe nachvollziehbar dokumentiert?

Backup ist heute auch ein Compliance-Thema. Seit dem Inkrafttreten des NIS-2-Umsetzungsgesetzes im Dezember 2025 müssen rund 29.500 Unternehmen in Deutschland prüfen, ob sie zu den beaufsichtigten Einrichtungen gehören. Auch für Unternehmen, die nicht unmittelbar betroffen sind, bietet diese Vorgabe eine sinnvolle Orientierung für belastbare Datensicherung. Wer Backup- und Wiederherstellungsabläufe nicht dokumentiert hat, kann im Audit-Fall erforderliche Nachweise unter Umständen nicht vollständig erbringen.

Backup-Score jetzt ermitteln

Der Synology Backup Score bietet eine schnelle Einschätzung Ihrer aktuellen Backup Strategie – kostenlos und in wenigen Minuten. Das Ergebnis zeigt, in welchen kritischen Bereichen bereits eine belastbare Grundlage besteht und in welchen Sie genauer hinschauen sollten.