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Private Cloud oder Public Cloud? Die Gretchenfrage?
Peter Lauer
3. Juli 2021

Private Cloud oder Public Cloud? Die Gretchenfrage?

Nicht wirklich! Beide bieten wertvolle Vorteile. 

Wenn Sie „Public vs. Private Cloud“ bei Google suchen, werden Sie höchstwahrscheinlich Artikel aus früheren Jahren finden, die mutig behaupten, dass die Debatte beendet ist. Wenn dies jedoch wirklich der Fall ist, warum streiten sich dann 2021 noch so viele Unternehmen über das richtige Setup für ihre Bedürfnisse?

Das könnte daran liegen, dass unter Branchenexperten und Journalisten zwar ein weit verbreiteter Konsens darüber besteht, dass beide relevant sind, es jedoch an Ressourcen mangelt, die Unternehmen bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Dies macht die Debatte weiterhin sehr lebendig und wertvoll.

Die Public Cloud ist beliebt und das aus gutem Grund. Es wird oft gelobt für seinen einfachen Zugriff, insbesondere aus der Ferne, und seine Fähigkeit, bei Bedarf Kapazitäten schnell und flexibel hinzuzufügen oder zu verringern.

Beliebt heißt jedoch nicht, dass es auch das Beste ist für alles. Die Public Cloud ist hinsichtlich der Rechenleistung und der kundenorientierten Anwendungen ausgezeichnet. Dabei gibt es viele Bereiche, bei der die private Cloud überlegen ist. Aber die Wahrheit ist, dass keine der beiden die andere bald ersetzen wird.

Aber wie entscheidet man sich nun?

Eine lokale Infrastruktur mit einer Privaten Cloud bietet unbestreitbare Vorteile.

Den Datenschutz zum Beispiel. Selbst mit den neuesten Sicherheitsmaßnahmen, die Public Cloud-Server anwenden, haben Unternehmen immer noch Probleme damit, die vertraulichsten Daten auf Servern zu speichern, die außerhalb ihres Unternehmens sind. Dazu gehören Dokumente wie Geschäftspläne, Personalakten, Buchhaltungsinformationen, Kundendaten und dergleichen.

In einer stark regulierten Branche wie dem Gesundheitswesen zum Beispiel wird die Frage der Privatsphäre durch die gesetzliche Haftung im Zusammenhang mit dem Datenschutz verschärft. Da sich die Gesetze zum Schutz personenbezogener Daten wie die DSGVO in Europa ständig ändern, müssen auch weniger regulierte Branchen berücksichtigen, welche personenbezogenen Daten wo gespeichert werden.

Darüber hinaus gibt es einen weiteren guten Grund, wichtige Cloud-Vorgänge lokal zu halten: die Internetleistung. Die Bandbreite ist eine begrenzte Ressource, insbesondere in Deutschland, das bei den Internetgeschwindigkeiten nicht mit den anderen Industrienationen mithalten kann und lediglich Rang 31 beim Speetest Global Index 2019 erreicht. Es ist einfach nicht sinnvoll, die Public Cloud für grundlegende Vorgänge zu verwenden, z. B. für das Senden einer sehr großen Datei an einen Kollegen im Raum nebenan.

Public Cloud ist günstiger?

Untersuchungen haben gezeigt, dass Unternehmen in der Lage waren, die Kosten für Private Cloud zu senken und TCOs zu erzielen, die mit Public Clouds vergleichbar sind. In einer von 451 Research durchgeführten Studie wurden 150 IT-Entscheidungsträger befragt, von denen 41 Prozent angaben, dass sie ihre Private Cloud zu niedrigeren Stückkosten als die Public Cloud betreiben. Dabei wurden Kapazitätsplanung, Automatisierung und Kostentechnologien als Haupttreiber der Kosteneffizienz genannt. In derselben Studie gaben die Befragten an, dass selbst wenn Public Cloud-Anbieter ihre Preise halbieren würden (was höchst unwahrscheinlich ist), sie nur 50 Prozent ihrer privaten Cloud-Workloads in eine Public Cloud migrieren würden. Es ist klar, dass Unternehmen den Wert der Privaten Cloud nicht nur aus Kostengründen zu schätzen wissen.

Selbst den offenkundigsten Vorteil der Public Cloud – der Zugriff auf Daten von unterwegs – bieten Private Clouds, so dass sich die Private Cloud wie die Public Cloud verhält. Zum Beispiel verfügt Synology über Funktionen, die den Remotezugriff, die Dateifreigabe und die standort- oder geräteübergreifende Synchronisierung bereitstellen, um die besten Funktionen der Public Cloud in einer privaten Cloud-Umgebung nachzuahmen.

Das Beste aus beiden Welten nutzen

Wenn man bedenkt, dass wir in einer Welt mit Public Cloud und Private Cloud leben, warum sollte man sich dann zwischen beiden entscheiden? Es gibt bessere Tools als je zuvor, um einen Hybrid aus beiden zu betreiben.

Public Cloud-Infrastrukturen eignen sich beispielsweise hervorragend für kundenorientierte Websites und Anwendungen. Sie können eine Webseite in der Public Cloud betreiben. Das Backup davon legen Sie dann in die Private Cloud. Auf diese Weise sparen Sie die Kosten für das Mieten des zusätzlichen (teuren) Cloud-Speichers und der Rechenleistung und Sie können an der Backup-Version Änderungen vornehmen und sie in einer geschlossenen Umgebung testen, bevor Sie sie wieder in einer Live-Umgebung bereitstellen.

Ein Offsite-Backup können Sie natürlich auch selbst mit einem zusätzlichen Synology NAS an einem Remotestandort einrichten. Das ist kostengünstiger als die Public Cloud, vorausgesetzt, Sie verfügen über die entsprechenden Ressourcen (z. B. Sie Zugriff haben auf einen 2. Standort und IT-Mitarbeiter für die Einrichtung). Für kleinere Unternehmen ohne diese Ressourcen bleibt die Public Cloud eine geeignete Option.

Die Public Cloud kann auch als Teil eines Datensicherungsprotokolls in Verbindung mit einer Vor-Ort-Lösung eine Rolle spielen, die eine zusätzliche Sicherheitsbarriere bietet. Sie können beispielsweise vertrauliche Daten vor Ort verschlüsseln, bevor Sie alles in die Public Cloud übertragen, und so eine zusätzliche Schutzschicht gegen böswillige Angriffe hinzufügen. Auf diese Weise können Sie vor Ort Speicherplatz freigeben und wichtige Daten bei Bedarf sicher und zugänglich aufbewahren. Mit Synology haben Sie die Möglichkeit, Ihre Daten im C2 Storage oder in einem der vielen großen Cloud-Anbieter zu sichern, die in Synology integriert sind. Die Software funktioniert auch intelligent, sodass Sie beispielsweise angeben können, welche Dateien in der Public Cloud gesichert werden sollen, um sicherzustellen, dass Ihre vertraulichsten Daten (z. B. Steuerinformationen oder Kundendaten) geschützt und nicht versehentlich migriert werden.

Fazit: Private vs. Public Cloud

Am Ende ist die Debatte zwischen Privater und Public Cloud unwichtig. Wir können uns darauf einigen, dass Private und Public Clouds jeweils ihre eigenen Vorteile haben. Wie beschrieben gibt es viele Szenarien, in denen Sie durch die Kombination der beiden die optimale Lösung erhalten.

Entscheidend ist, eine Lösung zu finden, die Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht. Beim Datenschutz gibt es keinen einheitlichen Ansatz. Synology NAS verwischen die Grenzen zwischen Public und Privater Cloud zunehmend, damit Ihr Unternehmen sicher ein System einsetzen kann, das alle Ihre Anforderungen erfüllt.


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